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Wirtschaft

Kommt es in den USA bis Ende 2026 zu einer Rezession?

Auflösung: Aktualisiert:

Kurz gefasst

Der Markt hält eine US-Rezession bis Ende 2026 derzeit für eher unwahrscheinlich. Ausschlaggebend ist, dass weder die bisherigen BEA-Quartalsdaten zwei aufeinanderfolgende Rückgänge zeigen noch das NBER Anzeichen für eine baldige Rezessionserklärung gegeben hat. Das würde sich ändern, sobald ein weiteres BEA-Quartal negativ ausfällt oder sich der US-Arbeitsmarkt merklich eintrübt.

Redaktionelle Illustration zum Ereignis: Kommt es in den USA bis Ende 2026 zu einer Rezession?

Wie der Kontrakt funktioniert

Ein Kontrakt zu diesem Ereignis zahlt am Ende genau 1 US-Dollar, wenn eine der beiden Bedingungen eintritt, und 0 US-Dollar, wenn keine eintritt. Der aktuell gehandelte Preis ist keine Vorhersage im engeren Sinn, sondern schlicht das, was Käufer und Verkäufer im Moment als Wahrscheinlichkeit ansehen: Ein Kontrakt zu 0,30 US-Dollar würde bedeuten, dass der Markt das Ereignis mit etwa drei von zehn Fällen für plausibel hält, ohne dass dies dieses konkrete Marktergebnis widerspiegelt. Maßgeblich für die endgültige Auflösung sind die BEA-Veröffentlichungen bis zur Vorabschätzung für das vierte Quartal 2026 sowie eine etwaige NBER-Erklärung, endgültig entschieden wird bis zum 31. Januar 2027. Wer eine Position hält, kann sie in der Regel vor diesem Termin zum jeweils aktuellen Preis wieder verkaufen, ohne bis zur Auflösung warten zu müssen.
Wie der Markt den Ausgang einschätzt
$100
Ja17%

Das Ereignis tritt ein

Kostet jetzt
$0,17
Wenn Sie einsetzen $100
$588
Nein83%

Das Ereignis tritt nicht ein

Kostet jetzt
$0,83
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Wahrscheinlichkeit

Die Historie beginnt, sobald das Ereignis erfasst wird

Wie sich der Preis bewegt hat

Belastbare Angaben zur Veränderung des Preises über die vergangenen Tage oder Wochen liegen für dieses Ereignis nicht vor, ebenso fehlen Informationen zur Handelsspanne seit Eröffnung des Marktes. Der einzige gesicherte Datenpunkt ist der aktuelle Konsens von 16 Prozent bei einem kumulierten Volumen von 1.815.663 US-Dollar auf Polymarket. Ohne dokumentierte Vorgeschichte lässt sich nicht seriös behaupten, der Preis sei gestiegen, gefallen oder stabil geblieben; festzuhalten ist lediglich, dass sich bislang kein zweites Venue mit vergleichbarem Volumen gebildet hat, gegen das sich dieser Wert spiegeln ließe.

Analyse

Hintergrund

Die Frage bezieht sich auf zwei parallele, offizielle Verfahren der US-Statistik: die vierteljährlichen BIP-Berechnungen des Bureau of Economic Analysis (BEA) und die nachträgliche Datierung von Rezessionen durch das National Bureau of Economic Research (NBER). Beide Institutionen arbeiten unabhängig von der Politik und nach festen methodischen Regeln, ihre Aussagen unterscheiden sich aber im Charakter: Die BEA liefert laufend Zahlen, das NBER trifft eine einmalige, oft erst mit Monaten Verzug getroffene Feststellung, ob ein Abschwung im Rückblick als Rezession gilt. Damit dieses Marktereignis mit Ja auflöst, muss entweder die annualisierte, saisonbereinigte reale BIP-Wachstumsrate in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem vierten Quartal 2026 negativ sein, oder das NBER muss öffentlich erklären, dass 2025 oder 2026 eine Rezession vorlag – und zwar bevor die BEA-Vorabschätzung für das vierte Quartal 2026 veröffentlicht wird. Diese Doppelkonstruktion ist bewusst gewählt: Die rein technische BIP-Regel (zwei Minusquartale) ist die gängige Faustregel, das NBER-Kriterium ist breiter gefasst und berücksichtigt auch Arbeitsmarkt- und Einkommensdaten, kann eine Rezession also auch ohne zwei technische Minusquartale feststellen. Historisch hat das NBER Rezessionen regelmäßig erst mehrere Monate nach ihrem tatsächlichen Beginn verkündet, etwa bei der Erklärung vom Juni 2020 für den Einbruch, der bereits im Februar 2020 begonnen hatte. Diese Verzögerung ist für die Fristsetzung dieses Ereignisses relevant, da eine späte Erklärung außerhalb des Beobachtungsfensters das Ereignis nicht mehr Ja auflösen lassen würde.
Der Konsens über die gehandelten Plattformen liegt bei 16 Prozent, gebildet allein auf Polymarket mit einem kumulierten Volumen von 1.815.663 US-Dollar. Da aktuell nur ein Venue mit nennenswertem Volumen gehandelt wird, gibt es keine zweite Preisquelle, gegen die sich dieser Wert spiegeln ließe – ein Umstand, der die Aussagekraft eines einzelnen Preises einschränkt, aber gleichzeitig zeigt, dass sich bislang keine widersprüchliche Markteinschätzung an anderer Stelle gebildet hat. Verlässliche Angaben zur Tages- oder Wochenveränderung sowie zur Handelsspanne seit Eröffnung liegen für dieses Ereignis nicht vor, sodass sich über die Dynamik der Preisbildung an dieser Stelle nichts Belegbares sagen lässt, außer dass der aktuelle Stand von 16 Prozent der einzige belastbare Datenpunkt ist. Dass der Markt die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise niedrig ansetzt, deutet darauf hin, dass die bisherigen BEA-Quartalsdaten seit dem zweiten Quartal 2025 keine zwei aufeinanderfolgenden Rückgänge gezeigt haben – sonst wäre die Bedingung bereits erfüllt und der Preis müsste nahe an 100 Prozent liegen. Ebenso spricht der Wert dafür, dass das NBER bislang keine öffentlichen Signale für eine bevorstehende Rezessionsdatierung gesendet hat, denn das Committee kommuniziert Vorabeinschätzungen in der Regel nicht, sondern trifft seine Feststellung erst nach eingehender Prüfung mehrerer Indikatoren, darunter Beschäftigung, Industrieproduktion, Realeinkommen und Einzelhandelsumsätze. Zugleich bleibt der Beobachtungszeitraum bis Ende 2026 lang genug, dass ein einzelner schwacher Quartalsbericht die Einschätzung rasch verändern könnte, insbesondere wenn er von einer erkennbaren Abkühlung am Arbeitsmarkt begleitet wird. Die zentrale Unsicherheit liegt weniger in der Vergangenheit als in der Frage, ob restriktive Geldpolitik, Zollmaßnahmen oder eine Investitionsschwäche im weiteren Jahresverlauf 2026 zusammenkommen und ein zweites Minusquartal erzeugen. Solange das nicht der Fall ist, bleibt die technische Regel der wahrscheinlichere Auflösungspfad gegenüber einer vorzeitigen NBER-Erklärung.

Was die Wahrscheinlichkeit bewegt

  1. BEA-Quartalsberichte

    Jede neue BIP-Vorabschätzung kann die Wahrscheinlichkeit unmittelbar verschieben, da ein einzelnes negatives Quartal die technische Bedingung halb erfüllt. Ein negatives Ergebnis für das dritte oder vierte Quartal 2026 hätte den größten Einzeleffekt auf den Preis.

  2. US-Arbeitsmarktdaten

    Das NBER stützt seine Datierung stark auf Beschäftigungsentwicklung und Realeinkommen, nicht nur auf das BIP. Eine spürbare Zunahme der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung oder ein Rückgang der Beschäftigtenzahlen würde die Wahrscheinlichkeit einer NBER-Erklärung erhöhen.

  3. Geldpolitik der Fed

    Ob die US-Notenbank ihre Leitzinsen weiter senkt oder restriktiv bleibt, beeinflusst direkt, ob sich Investitions- und Konsumnachfrage 2026 abschwächen. Eine zu lange restriktive Haltung erhöht das Risiko eines technischen Abschwungs, eine frühzeitige Lockerung wirkt in die andere Richtung.

  4. Handelspolitik und Zölle

    Neue oder verschärfte US-Zollmaßnahmen könnten Lieferketten belasten und Investitionen bremsen, was das Risiko eines zweiten Minusquartals erhöht. Dieser Faktor betrifft speziell exportorientierte Sektoren und wirkt damit auch auf das BIP-Wachstum zurück.

  5. Verzögerung der NBER-Feststellung

    Da das NBER Rezessionen historisch erst mit erheblichem Zeitversatz erklärt, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer rechtzeitigen Erklärung innerhalb der Frist bis Ende Januar 2027, selbst wenn ein Abschwung tatsächlich einsetzen sollte. Dieser Mechanismus begünstigt strukturell den Auflösungspfad über die technische BIP-Regel.

Dafür spricht

  • Zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem annualisiertem BIP-Wachstum müssten zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem vierten Quartal 2026 auftreten, etwa infolge einer restriktiven Geldpolitik oder neuer Zollschocks.
  • Alternativ müsste das NBER öffentlich eine Rezession für 2025 oder 2026 feststellen, und zwar vor Veröffentlichung der BEA-Vorabschätzung für das vierte Quartal 2026 im Januar 2027.
  • Eine merkliche Verschlechterung am Arbeitsmarkt, etwa steigende Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung über mehrere Monate, würde beide Pfade wahrscheinlicher machen.
  • Ein plötzlicher externer Schock, etwa eine Verschärfung von Handelskonflikten oder ein Zinsfehler der Fed, könnte die Wachstumsdynamik im späteren Verlauf 2026 kippen.

Dagegen spricht

  • Die bisherigen BEA-Daten seit dem zweiten Quartal 2025 haben nach Einschätzung des Marktes noch keine zwei aufeinanderfolgenden Rückgänge gezeigt.
  • Das NBER kommuniziert seine Datierungen erfahrungsgemäß erst mit deutlichem Zeitverzug, was eine rechtzeitige Erklärung innerhalb der Frist bis Januar 2027 erschwert.
  • Sollte sich der US-Arbeitsmarkt weiter robust zeigen, sinkt die Grundlage für eine NBER-Erklärung unabhängig von der reinen BIP-Entwicklung.
  • Eine frühzeitige geldpolitische Lockerung durch die Fed könnte eine Wachstumsabschwächung abfedern, bevor sie sich in zwei Minusquartalen niederschlägt.

Worauf zu achten ist

Die nächsten BEA-Vorabschätzungen zum BIP für das dritte Quartal 2026 im Oktober 2026 und für das vierte Quartal 2026 Ende Januar 2027 sind die unmittelbarsten Termine, da sie über die technische Rezessionsregel entscheiden können. Daneben lohnt sich der Blick auf die monatlichen Berichte zu Beschäftigung und Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung, die das NBER bei einer möglichen Datierung heranzieht, sowie auf die Sitzungen des Offenmarktausschusses der Fed, deren Zinsentscheidungen die Wachstumsdynamik im weiteren Jahresverlauf mitbestimmen. Eine öffentliche Wortmeldung des NBER Business Cycle Dating Committee zu 2025 oder 2026 würde das Ereignis unabhängig von der BIP-Regel sofort in Richtung Ja bewegen.

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Auflösungsregeln

Maßgebliche Quelle
US Bureau of Economic Analysis (BEA) GDP releases and National Bureau of Economic Research (NBER) announcements
Auflösungsdatum

Die endgültige Auflösung erfolgt anhand zweier öffentlicher Quellen: den vierteljährlichen, saisonbereinigten BIP-Daten des US Bureau of Economic Analysis, einschließlich der Vorabschätzungen, sowie etwaigen öffentlichen Erklärungen des National Bureau of Economic Research zu einer Rezession in den Jahren 2025 oder 2026. Maßgeblich ist der 31. Januar 2027 als Stichtag; eine NBER-Erklärung zählt nur, wenn sie vor der BEA-Vorabschätzung für das vierte Quartal 2026 veröffentlicht wird. Da beide Institutionen nach unterschiedlichen Methoden und Zeitplänen arbeiten, kann es vorkommen, dass die technische BIP-Regel bereits erfüllt ist, während eine offizielle NBER-Erklärung noch aussteht oder umgekehrt.

Berechnungsmethodik

Lokaler Bezug

Die USA sind einer der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Industrie- und Automobilexporte, sodass eine US-Rezession über sinkende Nachfrage direkt auf die deutsche Auftragslage durchschlagen würde. Zugleich müsste die Europäische Zentralbank in einem solchen Szenario abwägen, ob sie ihre Geldpolitik von der US-Notenbank entkoppelt, was sich unmittelbar auf den Euro-Dollar-Kurs und die Finanzierungskosten europäischer Unternehmen auswirken könnte.

Häufige Fragen

Was genau muss eintreten, damit dieses Ereignis mit Ja aufgelöst wird?
Entweder muss die annualisierte, saisonbereinigte reale BIP-Wachstumsrate der USA in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem vierten Quartal 2026 negativ sein, oder das NBER muss öffentlich eine Rezession für 2025 oder 2026 erklären, bevor die BEA-Vorabschätzung für das vierte Quartal 2026 veröffentlicht wird. Beide Wege werden von unabhängigen, öffentlich zugänglichen Institutionen dokumentiert.
Was bedeutet der aktuell angezeigte Preis konkret?
Der Preis spiegelt wider, welche Wahrscheinlichkeit Käufer und Verkäufer dem Ereignis derzeit gemeinsam zuschreiben, nicht eine offizielle Prognose einer Institution. Er verändert sich, sobald neue BEA-Daten, Arbeitsmarktzahlen oder geldpolitische Entscheidungen veröffentlicht werden.
Was passiert, wenn das NBER seine Entscheidung erst nach Januar 2027 verkündet?
Nach den Auflösungsregeln zählt eine NBER-Erklärung nur, wenn sie vor der BEA-Vorabschätzung für das vierte Quartal 2026 erfolgt. Eine spätere Erklärung würde das Ereignis nicht mehr zu Ja auflösen lassen, selbst wenn sie sich auf 2025 oder 2026 bezieht.
Warum dauert es beim NBER oft so lange, eine Rezession festzustellen?
Das Committee prüft eine breite Palette an Indikatoren, darunter Beschäftigung, Industrieproduktion, Realeinkommen und Einzelhandelsumsätze, und wartet in der Regel ab, bis genügend Daten für eine robuste Einschätzung vorliegen. Bei der Rezession 2020 lag zwischen tatsächlichem Beginn im Februar und der Erklärung im Juni desselben Jahres bereits eine deutliche Verzögerung.
Warum wird nur ein einziges Handelsvenue für dieses Ereignis genannt?
Derzeit weist nur Polymarket ein nennenswertes gehandeltes Volumen für dieses Ereignis auf. Das bedeutet, dass es keinen zweiten Referenzpreis gibt, gegen den sich der aktuelle Konsens von 16 Prozent überprüfen ließe.

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