Senkt die Fed 2026 mindestens einmal den Leitzins?
vom Markt geschätzte Wahrscheinlichkeit — nicht Ihre Trefferchance
- Ja — Das Ereignis tritt ein
- 11%
- Nein — Das Ereignis tritt nicht ein
- 89%
Kontrakt auf diesen Ausgang handeln
Kurz gefasst
Der über alle Handelsplätze aggregierte Konsens behandelt eine Senkung im Kalenderjahr 2026 derzeit als unwahrscheinlich. Diese Aggregation mischt allerdings Kontrakte auf unterschiedliche Senkungsstufen – der größte einzelne Kontrakt auf die Frage selbst liegt erheblich höher, und die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Handelsplatz ist außergewöhnlich groß. Entscheidend für die Auflösung ist eine sehr niedrige Schwelle: Es genügt eine Absenkung des Zielsatzes um einen einzigen Basispunkt, an einer der verbleibenden regulären FOMC-Sitzungen oder in einer Sitzungspause; jede Sitzung, die mit einem Halten endet, verschiebt die Wahrscheinlichkeit nach unten.
Wie der Kontrakt funktioniert
Wahrscheinlichkeit
Wie sich der Preis bewegt hat
Hintergrund
Analyse
Was die Wahrscheinlichkeit bewegt
Zusammensetzung des Aggregats
Die zugrunde liegenden Märkte preisen die Anzahl der Senkungen in Stufen, wobei jede 25-Basispunkt-Bewegung als ein Schritt zählt. Kontrakte auf drei oder mehr Schritte notieren nahe Null und ziehen den aggregierten Wert stark nach unten. Dieser rein rechnerische Effekt erklärt den größten Teil der Differenz von 88,7 Prozentpunkten zwischen den Handelsplätzen und wirkt optisch in Richtung Nein, ohne eine geldpolitische Aussage zu treffen.
Niedrige Auslöseschwelle
Für ein Ja genügt eine Absenkung um einen einzigen Basispunkt, an einem regulären Termin oder außerplanmäßig. Damit reicht ein einzelner Schritt in fünf Monaten, während ein Nein die vollständige Abwesenheit jeder Senkung verlangt. Diese Asymmetrie ist der stärkste Treiber in Richtung Ja.
Verbleibende FOMC-Termine
In der zweiten Jahreshälfte stehen üblicherweise drei reguläre Sitzungen an. Jede Sitzung, die mit einem Halten endet, entfernt eine Gelegenheit und verschiebt die Wahrscheinlichkeit nach unten – gegen Jahresende wirkt dieser Effekt zunehmend stark, weil dann nur noch der Dezembertermin und eine mögliche außerplanmäßige Maßnahme verbleiben.
Arbeitsmarkt gegen Inflationsrisiko
Eine deutliche Abkühlung der US-Beschäftigungsdaten erhöht den Druck auf den Ausschuss, den restriktiven Kurs zu lockern, und wirkt in Richtung Ja. Hartnäckige Preisdynamik, etwa durch Zölle oder expansive Fiskalpolitik, liefert dagegen die Begründung für weiteres Abwarten. Welche der beiden Größen im Herbst dominiert, entscheidet über die Bewegung des Kontrakts.
Möglichkeit einer Maßnahme zwischen den Sitzungen
Die Regel zählt ausdrücklich außerplanmäßige Schritte mit. Historisch sind solche Maßnahmen selten und an Finanzmarktstress gebunden – im März 2020 gab es zwei innerhalb weniger Wochen. Der Beitrag zur Wahrscheinlichkeit ist klein, aber er verhindert, dass ein Nein allein am Sitzungskalender festgemacht werden kann.
Dafür spricht
- Es genügt eine Absenkung des veröffentlichten Zielsatzes um einen Basispunkt zu irgendeinem Zeitpunkt bis zum 31. Dezember 2026, sodass bereits einer der verbleibenden regulären Termine ausreicht.
- Der volumenstärkste Kontrakt, der unmittelbar auf mindestens eine Senkung lautet, notiert mit 89 Prozent weit oberhalb des über alle Stufen gemittelten Konsenses von 8 Prozent.
- Eine spürbare Eintrübung des US-Arbeitsmarktes im Herbst würde dem Ausschuss die Begründung für einen ersten Schritt liefern, ohne dass eine Rezession vorliegen muss – ein Muster, das die Fed in Anpassungsphasen bereits verwendet hat.
- Auch eine außerplanmäßige Maßnahme zählt, sodass ein Nein zusätzlich voraussetzt, dass es bis Silvester keinen geldpolitisch relevanten Finanzmarktstress gibt.
Dagegen spricht
- Ganze Kalenderjahre ohne Senkung sind kein Ausnahmefall: In den Jahren 2022 und 2023 senkte der FOMC nicht ein einzelnes Mal, der Lockerungszyklus begann erst im September 2024.
- Solange Inflationsrisiken aus Zoll- und Fiskalpolitik über dem Zielwert wirken, kann der Ausschuss bis Dezember auf Halten bleiben, ohne von seiner Kommunikation abzuweichen.
- Von den acht regulären Sitzungen des Jahres liegt Ende Juli der größere Teil bereits hinter dem Ausschuss, womit die Zahl der verbleibenden Gelegenheiten begrenzt ist.
- Der überwiegende Teil des gehandelten Volumens von 64.223.302 US-Dollar verteilt sich auf Kontrakte, die nahe Null notieren – ein Hinweis darauf, dass ein umfangreicher Senkungszyklus für 2026 kaum noch erwartet wird.
Kontrakt auf diesen Ausgang handeln
- Gas übernommen
Handelsplätze (2)
- PolymarketEmpfohlenNein11%0,11
- Volumen (24 Std.)
- 24.202,3 $
- Gebühr
- 5 %
- KalshiNein15%0,15
- Volumen (24 Std.)
- 7342,1 $
- Gebühr
- 0,90 %
Wahrscheinlichkeit
- Wird die Fed 2026 die Zinsen überhaupt nicht senken?89%
- 0 (0 Bp)88%
- Exactly 0 cuts85%
- Bleiben Zinserhöhungen der Fed im Jahr 2026 aus?31%
- Exactly 1 cut11%
- 1 (25 Bp)9%
- Wird die Fed 2026 die Zinsen 1 Mal senken?7%
- Exactly 2 cuts3%
- Wird die Fed 2026 die Zinsen 2 Mal senken?3%
- 2 (50 Bp)2%
- 10 (250 Bp)1%
- 6 (150 Bp)1%
Auflösungsregeln
Grundlage sind die Statements des Offenmarktausschusses nach den Sitzungen sowie der von der Federal Reserve veröffentlichte Zielsatz für die Federal Funds Rate (federalreserve.gov). Ja gilt, wenn dieser Zielsatz zu irgendeinem Zeitpunkt des Kalenderjahres 2026 um mindestens einen Basispunkt gesenkt wird – an einem regulären Termin oder in einer außerplanmäßigen Maßnahme. Nein gilt, wenn im gesamten Jahr keine Senkung erfolgt; Anhebungen und unveränderte Beschlüsse zählen nicht als Senkung. In den zugrunde liegenden Märkten werden je 25 Basispunkte als ein Schritt gezählt (50 Basispunkte als zwei, eine Bewegung von 1 bis 24 Basispunkten als einer); maßgeblich ist die Gesamtzahl zum Stand 31. Dezember 2026, Abrechnungsdatum ist der 1. Januar 2027. Polymarket rechnet nach den eigenen Marktregeln auf Basis der Fed-Veröffentlichungen ab, Predict.fun nach dem hauseigenen Regelwerk (PREDICT_DOT_FUN); die Datenquelle ist dieselbe, die Formulierungen in Randfällen können sich unterscheiden.
Berechnungsmethodik →Lokaler Bezug
Worauf zu achten ist
Häufige Fragen
- Was entscheidet konkret über Ja oder Nein, und wann?
- Entscheidend ist der von der Federal Reserve veröffentlichte Zielsatz für die Federal Funds Rate in Verbindung mit den Statements nach den FOMC-Sitzungen. Wird dieser Zielsatz zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2026 mindestens einmal um wenigstens einen Basispunkt gesenkt, lautet das Ergebnis Ja. Die Abrechnung erfolgt zum 1. Januar 2027 auf Basis der Veröffentlichungen auf federalreserve.gov.
- Warum liegt der aggregierte Wert so weit unter dem höchsten Einzelmarkt?
- Weil die zugrunde liegenden Märkte nicht nur "mindestens eine Senkung" handeln, sondern die Anzahl der Schritte in Stufen: Jede Bewegung um 25 Basispunkte zählt als ein Schritt. Kontrakte auf drei, vier oder mehr Schritte notieren nahe Null und drücken den Durchschnitt. Die Differenz von 88,7 Prozentpunkten zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Handelsplatz ist daher überwiegend eine Frage der Kontraktdefinition, nicht der Meinungsverschiedenheit.
- Was bedeutet ein Preis von 0,30 US-Dollar?
- Er bedeutet, dass Käufer und Verkäufer sich derzeit darauf einigen, das Ereignis trete in etwa drei von zehn Fällen ein. Tritt es ein, wird der Kontrakt mit 1 US-Dollar bewertet; tritt es nicht ein, verfällt er wertlos. Der Preis ist also unmittelbar als Wahrscheinlichkeit lesbar und verändert sich mit jeder neuen Information.
- Zählt eine technische Anpassung anderer Zinssätze als Senkung?
- Maßgeblich ist ausschließlich der veröffentlichte Zielsatz beziehungsweise das Zielband für die Federal Funds Rate. Änderungen an anderen administrierten Sätzen oder an den Instrumenten der Bilanzsteuerung zählen nicht, solange das Zielband unverändert bleibt. Umgekehrt genügt eine Absenkung des Zielsatzes um einen Basispunkt – auch eine ungewöhnlich kleine Bewegung wird als eine Senkung gewertet.
- Was passiert, wenn eine Sitzung verschoben wird oder es keinen klaren Beschluss gibt?
- Die Auflösung hängt nicht am Sitzungskalender, sondern am Stand des veröffentlichten Zielsatzes zum 31. Dezember 2026. Wird ein Termin verschoben oder endet er ohne Änderung, wirkt das für die Frage wie ein Halten. Auch eine Maßnahme zwischen zwei Sitzungen zählt vollumfänglich mit.
- Muss man eine Position bis zum Ende halten?
- Nein. Ein Kontrakt kann in der Regel jederzeit vor der Abrechnung zum dann geltenden Marktpreis wieder verkauft werden. Das Ergebnis richtet sich in diesem Fall nach der Preisdifferenz zum Kaufzeitpunkt und nicht nach dem späteren Ausgang der Fed-Entscheidung.