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Hört Wolodymyr Selenskyj bis Ende 2026 auf, Präsident der Ukraine zu sein?

Auflösung: Aktualisiert:

Kurz gefasst

Der Markt hält es für unwahrscheinlich, dass Selenskyj vor Ende 2026 aus dem Amt scheidet. Ausschlaggebend ist das ukrainische Kriegsrecht, das reguläre Präsidentschaftswahlen aussetzt und ihm verfassungsrechtlich im Amt hält, solange der Krieg andauert. Ein belastbarer Waffenstillstand mit anschließender Wahlgesetzgebung wäre der klarste Auslöser für eine Neubewertung.

Redaktionelle Illustration zum Ereignis: Hört Wolodymyr Selenskyj bis Ende 2026 auf, Präsident der Ukraine zu sein?

Wie der Kontrakt funktioniert

Ein Kontrakt auf diese Frage zahlt am Ende einen festen Betrag aus, wenn Selenskyj zwischen Markterstellung und dem 31. Dezember 2026 aus dem Amt ausscheidet – durch Rücktritt, Absetzung oder Tod – und nichts, wenn er im Amt bleibt. Schon die Ankündigung eines Rücktritts oder einer Absetzung reicht für die Abrechnung auf Ja, unabhängig davon, wann der Schritt tatsächlich wirksam wird. Der Preis, zu dem ein solcher Kontrakt gerade gehandelt wird, spiegelt lediglich ein, für wie wahrscheinlich Käufer und Verkäufer dieses Ereignis derzeit halten: Ein Kontrakt zu 0,30 würde bedeuten, dass der Markt die Chance auf etwa drei von zehn schätzt, unabhängig vom tatsächlichen Preis dieser Frage. Positionen lassen sich bis zum Stichtag jederzeit zum dann geltenden Preis wieder verkaufen, ohne bis zur endgültigen Abrechnung am 31. Dezember 2026 halten zu müssen.
Wie der Markt den Ausgang einschätzt
$100
Ja8%

Das Ereignis tritt ein

Kostet jetzt
$0,08
Wenn Sie einsetzen $100
$1.250
Nein92%

Das Ereignis tritt nicht ein

Kostet jetzt
$0,92
Wenn Sie einsetzen $100
$109

Wahrscheinlichkeit

Die Historie beginnt, sobald das Ereignis erfasst wird

Wie sich der Preis bewegt hat

Der Marktpreis für diese Frage bewegt sich seit der Notierung in einer engen Bandbreite nahe dem aktuellen Konsens von 8 Prozent, ohne dass ein einzelnes öffentlich bekanntes Ereignis eine größere Neubewertung ausgelöst hätte. Diese Stabilität bei einem vergleichsweise niedrigen Wert ist selbst die Aussage: Der Markt behandelt einen Amtsverlust Selenskyjs vor Ende 2026 als Randszenario, das zwar durch Kriegsrisiken und Verhandlungsdynamik nicht auf null fällt, aber auch durch keine der bisherigen Entwicklungen – etwa punktuelle Fortschritte oder Rückschläge in den Verhandlungen mit Moskau – grundlegend infrage gestellt wurde. Mit dem gesamten gehandelten Volumen von 2.833.144 US-Dollar konzentriert auf einen einzigen großen Handelsplatz lässt sich keine belastbare Aussage über abweichende Einschätzungen zwischen Anbietern treffen; die Bewegung, die es gab, folgt keinem einzeln identifizierbaren öffentlich berichteten Auslöser.

Analyse

Hintergrund

Selenskyjs reguläre fünfjährige Amtszeit endete im Mai 2024. Weil die Ukraine seit der russischen Invasion im Februar 2022 durchgehend unter Kriegsrecht steht, sind nach ukrainischem Verfassungsrecht während dieser Zeit keine Präsidentschaftswahlen zulässig – die Werchowna Rada verlängert das Kriegsrecht seither alle 90 Tage. Selenskyj bleibt dadurch ohne neue Wahl im Amt, was seine politischen Gegner wie Ex-Präsident Petro Poroschenko wiederholt kritisiert haben, während westliche Regierungen die Regelung als verfassungskonform akzeptieren. Parallel dazu laufen seit 2025 unter US-Vermittlung Gespräche über einen Waffenstillstand mit Russland, deren Bedingungen auch die Frage künftiger Wahlen berühren könnten. Der frühere Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj, inzwischen ukrainischer Botschafter in London, gilt in Umfragen als möglicher Herausforderer, sollte es je zu einer Wahl kommen – aktuell aber ohne Datum in Sicht. Die Frage, ob Selenskyj bis Ende 2026 aus dem Amt scheidet, bündelt damit drei sehr unterschiedliche Szenarien: einen politisch erzwungenen Rücktritt, eine Absetzung im Zuge eines Machtwechsels oder den Tod des Amtsinhabers, etwa durch einen der wiederholt gemeldeten Anschlagsversuche.
Der Konsenswert von 8 Prozent über die gehandelten Plätze hinweg – aktuell nahezu vollständig auf Polymarket mit einem kumulierten Volumen von 2.833.144 US-Dollar – zeigt einen Markt, der das Ereignis für eine klare Ausnahme hält, aber nicht für ausgeschlossen. Bei einem einzelnen dominanten Handelsplatz gibt es hier keine nennenswerte Spanne zwischen Anbietern zu beobachten; die Preisfindung läuft im Wesentlichen an einem Ort, was die Aussagekraft einzelner kurzfristiger Bewegungen einschränkt, aber die Größenordnung des Volumens signalisiert ernsthaftes Interesse institutioneller wie privater Marktteilnehmer an dieser geopolitischen Frage. Die entscheidende Variable bleibt der Kriegsverlauf: Solange kein tragfähiger Waffenstillstand mit Russland zustande kommt, bleibt das Kriegsrecht in Kraft, und damit bleibt Selenskyj ohne verfassungsrechtliche Notwendigkeit einer Wahl im Amt. Sollte es 2026 zu einer Waffenruhe kommen, die tatsächlich hält, würde die Debatte um Wahlen – und damit auch um Selenskyjs politische Zukunft – sofort an Schärfe gewinnen, weil die ukrainische Verfassung nach Aufhebung des Kriegsrechts eine Wahl binnen 90 Tagen vorschreibt. Ein zweiter, schwerer zu quantifizierender Faktor ist das persönliche Sicherheitsrisiko: Mehrere gemeldete Anschlagsversuche seit Kriegsbeginn haben gezeigt, dass ein Ausscheiden durch Tod kein rein theoretisches Szenario ist, auch wenn es sich einer belastbaren Wahrscheinlichkeitsschätzung entzieht. Insgesamt begründet die Kombination aus verfassungsrechtlicher Absicherung im Kriegszustand, fehlendem Wahltermin und Selenskyjs vergleichsweise stabiler innenpolitischer Position den niedrigen zweistelligen Prozentwert, den der Markt aktuell ansetzt.

Was die Wahrscheinlichkeit bewegt

  1. Kriegsrecht und Wahlaussetzung

    Solange die Werchowna Rada das Kriegsrecht alle 90 Tage verlängert, sind reguläre Präsidentschaftswahlen verfassungsrechtlich ausgeschlossen. Dieser Mechanismus ist der stärkste Faktor, der die Wahrscheinlichkeit eines Amtsverlusts niedrig hält, solange der Krieg andauert.

  2. Verhandlungen um einen Waffenstillstand

    Unter US-Vermittlung laufende Gespräche zwischen Kyjiw, Moskau und Washington könnten einen Waffenstillstand hervorbringen, der die verfassungsrechtliche 90-Tage-Frist für Wahlen auslöst. Ein solcher Durchbruch wäre der plausibelste Weg zu einem geordneten Machtwechsel noch 2026.

  3. Innenpolitische Rivalen

    Figuren wie der frühere Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj oder Ex-Präsident Petro Poroschenko positionieren sich für den Fall einer Wahl, verfügen aber ohne Wahltermin über keinen institutionellen Hebel, Selenskyj vorzeitig aus dem Amt zu drängen.

  4. Persönliches Sicherheitsrisiko

    Wiederholt gemeldete Anschlagsversuche seit 2022 machen ein Ausscheiden durch Tod zu einem nicht verschwindenden, wenn auch nicht quantifizierbaren Risikofaktor, der in den Marktpreis einfließt.

  5. Politischer Druck westlicher Verbündeter

    Bedingungen künftiger Hilfszusagen oder eines Friedensabkommens könnten indirekt Druck auf die Frage künftiger Wahlen ausüben, wirken aber bislang nicht auf einen kurzfristigen Amtsverlust hin.

Dafür spricht

  • Ein tragfähiger Waffenstillstand mit Russland würde die verfassungsrechtliche 90-Tage-Frist für Präsidentschaftswahlen auslösen, was theoretisch noch 2026 zu einem Urnengang führen könnte.
  • Ein erfolgreicher Anschlag oder eine gesundheitliche Notlage würde die Frage sofort mit Ja auflösen, unabhängig von politischen Mehrheiten.
  • Massiver innenpolitischer Druck, etwa durch eine militärische Wende zum Schlechteren, könnte einen Rücktritt erzwingen, wie ihn Kritiker seit Jahren fordern.
  • Eine als Bedingung eines Friedensabkommens ausgehandelte Übergangsregelung könnte einen Amtsverzicht Selenskyjs vorsehen.

Dagegen spricht

  • Das Kriegsrecht wird von der Werchowna Rada bislang routinemäßig alle 90 Tage verlängert und schließt reguläre Wahlen weiterhin aus.
  • Es existiert kein funktionierendes verfassungsrechtliches Verfahren, um Selenskyj während des Krieges gegen seinen Willen abzusetzen.
  • Die Verhandlungen zwischen Kyjiw, Moskau und Washington haben bis Anfang August 2026 zu keinem belastbaren, dauerhaften Waffenstillstand geführt.
  • Selenskyj genießt trotz Kriegsmüdigkeit in Teilen der Bevölkerung weiterhin eine vergleichsweise stabile Position ohne organisierte Ablösungsbewegung innerhalb der Staatsführung.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten sind die turnusmäßigen Abstimmungen der Werchowna Rada über die Verlängerung des Kriegsrechts alle 90 Tage, der Fortgang der unter US-Vermittlung laufenden Gespräche zwischen Kyjiw, Moskau und Washington über einen Waffenstillstand, jede offizielle ukrainische Ankündigung zu einem Wahltermin nach Kriegsrecht sowie Berichte über die persönliche Sicherheit Selenskyjs. Ein durchbrechender Waffenstillstand oder eine formelle Ankündigung aus dem Präsidialamt wären die Ereignisse, die den Preis am ehesten sichtbar bewegen würden.

Kontrakt auf diesen Ausgang handeln

Handelsplätze (1)

Auf Polymarket öffnenJa 0,08
  • Gas übernommen
  • keine Handelsgebühr

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Auflösungsregeln

Maßgebliche Quelle
Offizielle Stellungnahmen von Volodymyr Zelenskyy und der ukrainischen Regierung; glaubwürdige Consensus-Berichterstattung, falls offizielle Bestätigung nicht verfügbar ist.
Auflösungsdatum

Die Frage wird anhand offizieller Erklärungen von Wolodymyr Selenskyj oder der ukrainischen Regierung entschieden. Liegt keine offizielle Bestätigung vor, greift eine glaubwürdige, übereinstimmende Berichterstattung mehrerer Nachrichtenquellen. Maßgeblicher Stichtag ist der 31. Dezember 2026; eine bloße Ankündigung eines Rücktritts oder einer Absetzung reicht für eine Ja-Abrechnung bereits vor diesem Datum aus.

Berechnungsmethodik

Lokaler Bezug

Deutschland zählt neben den USA zu den größten finanziellen und militärischen Unterstützern der Ukraine, und Entscheidungen über weitere Hilfspakete im Bundestag sind eng an die politische Kontinuität in Kyjiw gekoppelt. Ein plötzlicher Machtwechsel an der Staatsspitze der Ukraine würde unmittelbar die Verhandlungsposition Berlins in EU- und NATO-Gremien berühren und Fragen zur Verlässlichkeit laufender deutscher Zusagen aufwerfen, etwa im Rahmen der von der Bundesregierung mitfinanzierten Ringtausch- und Rüstungsprogramme.

Häufige Fragen

Was genau muss passieren, damit diese Frage mit Ja abgerechnet wird?
Die Frage löst mit Ja auf, wenn Selenskyj zwischen Markterstellung und dem 31. Dezember 2026 aus dem Amt scheidet – durch Rücktritt, Absetzung oder Tod. Schon die bloße Ankündigung eines Rücktritts oder einer Absetzung reicht aus, unabhängig davon, wann der Schritt tatsächlich wirksam wird.
Wer stellt fest, ob das Ereignis eingetreten ist?
Maßgeblich sind offizielle Erklärungen von Selenskyj selbst oder der ukrainischen Regierung. Liegt keine offizielle Bestätigung vor, wird auf glaubwürdige, übereinstimmende Berichterstattung mehrerer Nachrichtenquellen zurückgegriffen.
Was bedeutet der aktuell angezeigte Preis konkret?
Der Preis spiegelt ein, für wie wahrscheinlich die Marktteilnehmer den Amtsverlust Selenskyjs vor Ende 2026 aktuell halten. Er ist keine Vorhersage im Sinne einer Garantie, sondern die laufend aktualisierte Einschätzung von Käufern und Verkäufern.
Warum kann es überhaupt keine regulären Wahlen in der Ukraine geben?
Das seit Februar 2022 geltende Kriegsrecht setzt nach ukrainischem Verfassungsrecht reguläre Präsidentschaftswahlen aus. Erst mit dessen Aufhebung, etwa im Zuge eines dauerhaften Waffenstillstands, würde eine verfassungsrechtliche Frist von 90 Tagen für die Ansetzung einer Wahl in Kraft treten.
Was passiert, wenn Selenskyj erst 2027 zurücktritt?
Ein Rücktritt oder eine Absetzung, die erst nach dem 31. Dezember 2026 erfolgt oder angekündigt wird, führt für diese konkrete Frage zu einer Abrechnung mit Nein, da der Stichtag fest auf das Jahresende 2026 begrenzt ist.

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8 %/ 93 %
Ja / Nein