Menü
Welt

Wird der Waffenstillstand zwischen Israel und Iran bis zum 9. August 2026 halten?

Auflösung: Aktualisiert:

Kurz gefasst

Der Markt geht davon aus, dass der Waffenstillstand mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum 9. August 2026 hält. Ausschlaggebend ist, dass seit Beginn der Erfassung keine als Waffenstillstandsbruch zählende Militäraktion gemeldet wurde und die Definition eines Bruchs bewusst eng gefasst ist. Eine einzelne bestätigte Luft- oder Raketenattacke einer Seite auf die andere würde diese Einschätzung sofort und vollständig umkehren.

Redaktionelle Illustration zum Ereignis: Wird der Waffenstillstand zwischen Israel und Iran bis zum 9. August 2026 halten?

Wie der Kontrakt funktioniert

Ein Vertrag zu diesem Ereignis zahlt am Ende genau einen festen Betrag aus, wenn bis zum 9. August 2026, 23:59 Uhr iranischer Zeit, kein qualifizierender Angriff zwischen Israel und Iran registriert wurde, und nichts, wenn ein solcher Angriff stattfindet. Der Preis, zu dem der Vertrag aktuell gehandelt wird, spiegelt lediglich ein, wie Käufer und Verkäufer die Wahrscheinlichkeit dieses Ausgangs derzeit gemeinsam einschätzen: Ein Vertrag zu 0,30 würde etwa bedeuten, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit auf rund drei von zehn Fällen taxiert, unabhängig davon, wie dieser konkrete Vertrag aktuell steht. Wer eine Position eingegangen ist, kann sie in der Regel vor dem Stichtag jederzeit zum dann geltenden Preis wieder verkaufen, ohne bis zur Abrechnung zu warten.
Wie der Markt den Ausgang einschätzt
$100
Ja94%

Das Ereignis tritt ein

Kostet jetzt
$0,94
Wenn Sie einsetzen $100
$106
Nein6%

Das Ereignis tritt nicht ein

Kostet jetzt
$0,06
Wenn Sie einsetzen $100
$1.667

Wahrscheinlichkeit

0%25%50%75%100%12:0017:3623:1204:4810:2416:00
KonsensPolymarket

Wie sich der Preis bewegt hat

Die Wahrscheinlichkeit startete am 29. Juli 2026 bei 73 Prozent und bewegte sich in den folgenden Tagen zwischen 67 und 78 Prozent, was auf eine noch unsichere und mehrfach revidierte Einschätzung hindeutet. Seither ist der Kurs auf 93 Prozent gestiegen, und in den vergangenen 24 Stunden hat sich daran nichts mehr verändert. Diese Stabilisierung auf hohem Niveau ohne erkennbare Gegenbewegung folgt keinem einzelnen öffentlich berichteten Auslöser, sondern liest sich als Ausdruck einer Marktmeinung, die sich mit näher rückendem Stichtag und ausbleibenden neuen Vorfällen zunehmend gefestigt hat.

Analyse

Hintergrund

Die Frage betrifft einen Waffenstillstand zwischen Israel und Iran, dessen Fortbestand bis zum 9. August 2026 an den Finanzmärkten für Ereignisverträge gehandelt wird. Beide Staaten stehen seit Jahren in einem Konflikt, der zuletzt in direkte militärische Auseinandersetzungen mündete; die aktuelle Waffenruhe soll diese Eskalation vorerst beenden. Die Märkte bilden ab, wie Nachrichtenlage und Beobachter die Wahrscheinlichkeit eines erneuten direkten Angriffs einschätzen. Maßgeblich ist dabei nicht jede Art von Zwischenfall, sondern nur eine gezielte Luftattacke oder ein Boden-Boden-Raketenangriff, der das jeweils andere Land unmittelbar trifft. Kleinere Vorfälle wie abgefangene Geschosse, Artilleriebeschuss an der Grenze oder Cyberoperationen zählen laut den festgelegten Regeln explizit nicht als Bruch. Diese Abgrenzung ist zentral für das Verständnis der aktuellen Marktbewertung, da sie viele denkbare Reibungspunkte von vornherein ausschließt. Der Vertrag wird auf Basis von Nachrichtenberichten über israelische oder iranische Militärschläge abgerechnet, primär über die Handelsplattform Polymarket. Erfasst wird die Entwicklung seit dem 29. Juli 2026, also gut zehn Tage vor dem Stichtag.
Am 29. Juli 2026, dem ersten erfassten Zeitpunkt, lag die implizite Wahrscheinlichkeit bei 73 Prozent und bewegte sich in den folgenden Tagen in einer Bandbreite von 67 bis 78 Prozent. Diese Schwankung zeigt, dass der Markt in den ersten Tagen nach Beginn der Beobachtung noch keine gefestigte Meinung hatte und Nachrichtenlage sowie Einzelmeldungen die Einschätzung mehrfach in beide Richtungen bewegten. Seither ist der Kurs auf 93 Prozent gestiegen und in den letzten 24 Stunden unverändert geblieben, was auf eine inzwischen recht stabile Erwartungshaltung hindeutet. Der Anstieg von rund 73 auf 93 Prozentpunkte innerhalb weniger Tage lässt sich am plausibelsten damit erklären, dass in diesem Zeitraum keine als Bruch zählende Attacke gemeldet wurde, während der Stichtag zugleich näher rückt und damit das verbleibende Zeitfenster für eine Eskalation kleiner wird. Mit nur noch rund fünf Tagen bis zum 9. August 2026 sinkt rein rechnerisch die Zahl der Gelegenheiten, zu denen ein qualifizierender Angriff überhaupt noch stattfinden könnte, was tendenziell für weiter steigende oder zumindest stabile Wahrscheinlichkeiten spricht, sofern keine neue Eskalation eintritt. Entscheidend für die Bewertung ist außerdem die enge Definition dessen, was als Bruch der Waffenruhe zählt. Abgefangene Raketen, Artilleriebeschuss, Cyberangriffe, Bodeninkursionen und kleinere Angriffe mit begrenzter Reichweite fallen ausdrücklich nicht darunter. Das bedeutet, dass selbst bei anhaltender Spannung an der Grenze oder vereinzelten Vorfällen der Vertrag auf Ja abgerechnet werden kann, solange keine direkte Luft- oder Raketenattacke das jeweils andere Land trifft. Diese Regelung erklärt zu einem erheblichen Teil, warum der Markt trotz der grundsätzlich fragilen Lage im Nahen Osten eine so hohe Wahrscheinlichkeit für das Halten der Waffenruhe einpreist. Gehandelt wird das Ereignis bislang ausschließlich über Polymarket mit einem Gesamtvolumen von 885.957 US-Dollar über den gesamten Beobachtungszeitraum und 29 protokollierten Preisänderungen. Da keine zweite Handelsplattform mit eigenem Kurs vorliegt, lässt sich keine Kursspanne zwischen Anbietern beobachten; die Einschätzung stützt sich allein auf die Entwicklung dieser einen Notierung.

Was die Wahrscheinlichkeit bewegt

  1. Enge Definition des Bruchs

    Nur eine direkte Luft- oder Boden-Boden-Raketenattacke auf das jeweils andere Land zählt als Bruch der Waffenruhe. Abgefangene Geschosse, Artillerie, Cyberoperationen und kleinere Angriffe sind ausdrücklich ausgeschlossen. Das senkt die Zahl der Ereignisse, die den Vertrag auf Nein kippen könnten, spürbar.

  2. Verbleibendes Zeitfenster

    Bis zum Stichtag am 9. August 2026, 23:59 Uhr iranischer Zeit, bleiben nur noch wenige Tage. Je kürzer das Fenster ohne gemeldeten Angriff, desto weniger Gelegenheiten bestehen rein rechnerisch noch für eine Eskalation vor der Abrechnung.

  3. Bisherige Ruhephase seit Ende Juli

    Der Anstieg der Wahrscheinlichkeit von 73 auf 93 Prozent seit dem 29. Juli 2026 fällt zeitlich mit einer Phase ohne gemeldete qualifizierende Angriffe zusammen. Diese beobachtete Ruhe stützt die höhere Einschätzung, auch wenn der Markt keine Garantie für die Fortsetzung liefert.

  4. Fragile Ausgangslage im Verhältnis Israel-Iran

    Die zugrunde liegenden Spannungen zwischen beiden Staaten sind mit der Waffenruhe nicht aufgelöst, sondern nur ausgesetzt. Ein einzelner bestätigter Vorfall, der die Schwelle einer direkten Attacke überschreitet, würde den Vertrag unmittelbar auf Nein bringen und ist daher der zentrale Abwärtsrisikofaktor.

  5. Begrenzte Handelsbasis

Dafür spricht

  • Seit Beginn der Erfassung am 29. Juli 2026 wurde kein qualifizierender Angriff zwischen Israel und Iran gemeldet.
  • Die Resolutionsregeln schließen zahlreiche Reibungspunkte wie Artilleriebeschuss, Cyberangriffe und abgefangene Geschosse ausdrücklich aus, sodass isolierte Zwischenfälle die Waffenruhe im Sinne des Vertrags nicht brechen.
  • Bis zum Stichtag am 9. August 2026 verbleiben nur noch wenige Tage, was das Zeitfenster für eine neue direkte Eskalation mechanisch verkleinert.
  • Der stetige Anstieg der Marktwahrscheinlichkeit von 73 auf 93 Prozent zeigt eine sich verfestigende Einschätzung ohne gegenläufige Korrektur in den letzten 24 Stunden.

Dagegen spricht

  • Waffenstillstände im Nahen Osten haben sich historisch wiederholt als fragil erwiesen und können durch einen einzelnen Vorfall kollabieren.
  • Die Schwankungsbreite von 67 bis 78 Prozent in den ersten Tagen der Erfassung zeigt, dass erhebliche Unsicherheit bestand und weiterhin bestehen kann.
  • Ein einziger bestätigter Luft- oder Raketenangriff, der das jeweils andere Land direkt trifft, würde den Vertrag sofort und unabhängig von der bisherigen Preisentwicklung auf Nein abrechnen.
  • Die grundlegenden politischen und militärischen Spannungen zwischen Israel und Iran, etwa um das iranische Nuklearprogramm und regionale Stellvertreterkonflikte, sind durch die Waffenruhe nicht beseitigt, sondern lediglich pausiert.

Worauf zu achten ist

Der maßgebliche Termin ist der 9. August 2026, 23:59 Uhr iranischer Zeit, zu dem die Abrechnung auf Basis von Nachrichtenberichten über israelische oder iranische Militärschläge erfolgt. Bis dahin ist auf Berichte über konkrete Luft- oder Raketenangriffe zwischen beiden Staaten zu achten, ebenso auf offizielle Erklärungen aus Jerusalem und Teheran sowie auf Vermittlungsbemühungen dritter Staaten. Auch kurzfristige, größere Kursbewegungen auf Polymarket selbst können auf noch nicht breit berichtete Entwicklungen hindeuten.

Kontrakt auf diesen Ausgang handeln

Handelsplätze (1)

Auf Polymarket öffnenJa 0,94
  • Gas übernommen
  • keine Handelsgebühr

Mehr zu diesem Ereignis

Handelsplätze (1)

Auflösungsregeln

Maßgebliche Quelle
Polymarket / news reports of Israeli or Iranian military strikes
Auflösungsdatum

Der Vertrag wird auf Ja abgerechnet, wenn bis zum 9. August 2026, 23:59 Uhr iranischer Zeit, kein qualifizierender Militärschlag zwischen Israel und Iran erfolgt ist. Als qualifizierend gelten ausschließlich Luftangriffe oder Boden-Boden-Raketenangriffe, die das jeweils andere Land direkt treffen; abgefangene Geschosse, Bodeninkursionen, Cyberoperationen, Marinebeschuss, Artillerie und kleinere Kurzstreckenangriffe zählen nicht. Grundlage der Abrechnung sind Nachrichtenberichte über israelische oder iranische Militärschläge, ausgewertet über Polymarket; bei einem qualifizierenden Angriff einer der beiden Seiten vor dem Stichtag erfolgt die Abrechnung auf Nein.

Berechnungsmethodik

Lokaler Bezug

Eine erneute militärische Eskalation zwischen Israel und Iran würde unmittelbar Öl- und Gasversorgungsrouten durch die Golfregion und die Straße von Hormus betreffen, über die auch für die deutsche, österreichische und schweizerische Industrie relevante Energieimporte laufen. Steigende Energiepreise in Folge eines solchen Bruchs würden sich über Importkosten und Produzentenpreise in die Inflationsdaten einspeisen, die für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank von Bedeutung sind. Solange die Waffenruhe hält, bleibt dieser Übertragungskanal inaktiv, was die Marktbewertung für diese Leserschaft indirekt, aber konkret relevant macht.

Häufige Fragen

Was genau entscheidet über Ja oder Nein, und wann?
Entscheidend ist, ob bis zum 9. August 2026, 23:59 Uhr iranischer Zeit, ein qualifizierender Militärschlag zwischen Israel und Iran gemeldet wird. Als qualifizierend gelten nur direkte Luftangriffe oder Boden-Boden-Raketenangriffe, die das jeweils andere Land unmittelbar treffen; Grundlage sind Nachrichtenberichte, die von Polymarket ausgewertet werden.
Was bedeutet der aktuell angezeigte Preis konkret?
Der Preis zeigt, wie Käufer und Verkäufer am Markt die Wahrscheinlichkeit des Ausgangs gerade gemeinsam einschätzen, nicht eine amtliche Prognose. Er verändert sich fortlaufend mit neuen Informationen und Handelsaktivität und ist kein Hinweis auf einen empfohlenen Handel.
Was passiert bei einem umstrittenen oder unklaren Vorfall?
Kleinere oder umstrittene Zwischenfälle wie abgefangene Geschosse, Grenzbeschuss mit Artillerie, Cyberoperationen oder begrenzte Kurzstreckenangriffe zählen laut den festgelegten Regeln ausdrücklich nicht als Bruch der Waffenruhe. Nur eine als direkter, das andere Land treffender Luft- oder Raketenangriff eingeordnete Aktion löst eine Abrechnung auf Nein aus.
Warum ist die Wahrscheinlichkeit seit Ende Juli so stark gestiegen?
Zwischen dem ersten erfassten Wert von 73 Prozent am 29. Juli 2026 und dem aktuellen Stand von 93 Prozent liegt eine Phase, in der offenbar keine als Bruch zählende Attacke gemeldet wurde. Zugleich verkürzt sich mit näher rückendem Stichtag das Zeitfenster für eine neue Eskalation, was beides in Richtung höherer Wahrscheinlichkeit wirkt.
Über welche Plattform wird dieses Ereignis gehandelt?
Erfasst wird der Vertrag bislang ausschließlich über Polymarket mit einem kumulierten Handelsvolumen von 885.957 US-Dollar seit dem 29. Juli 2026. Eine zweite Plattform mit eigenem Kurs liegt für diesen Vertrag nicht vor.
Was, wenn der Waffenstillstand technisch über den 9. August hinaus fortbesteht, aber vorher kurz verletzt wird?
Maßgeblich ist ausschließlich, ob vor dem Stichtag ein qualifizierender Angriff stattfindet, unabhängig davon, was danach geschieht. Ein solcher Angriff vor dem 9. August 2026, 23:59 Uhr iranischer Zeit, führt zur Abrechnung auf Nein, selbst wenn die Lage sich anschließend wieder beruhigt.

Verwandte Ereignisse

94 %/ 6 %
Ja / Nein