Wird Marine Le Pen die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?
vom Markt geschätzte Wahrscheinlichkeit — nicht Ihre Trefferchance
- Ja — Das Ereignis tritt ein
- 29%
- Nein — Das Ereignis tritt nicht ein
- 71%
Kontrakt auf diesen Ausgang handeln
Kurz gefasst
Der Markt behandelt einen Wahlsieg Marine Le Pens praktisch als ausgeschlossen – die Preise auf allen ausgewiesenen Handelsplätzen liegen am unteren Rand der Skala. Ausschlaggebend ist nicht die Stimmungslage in Frankreich, sondern die juristische Lage: Das Pariser Strafurteil vom 31. März 2025 verhängte neben Haft- und Geldstrafe eine fünfjährige Unwählbarkeit mit sofortiger Vollstreckung, und ohne deren Aufhebung kommt sie auf keinen Wahlzettel. Nur eine Entscheidung der Berufungsinstanz oder der Cour de cassation, die die Unwählbarkeit vor der Kandidatenregistrierung im Frühjahr 2027 beseitigt, würde die Bewertung grundlegend verändern.
Wie der Kontrakt funktioniert
Wahrscheinlichkeit
Wie sich der Preis bewegt hat
Hintergrund
Analyse
Was die Wahrscheinlichkeit bewegt
Unwählbarkeit aus dem Urteil von 2025
Die fünfjährige Nebenstrafe mit sofortiger Vollstreckung ist der Grund, warum der Kontrakt am unteren Rand notiert. Sie wirkt unabhängig von Umfragen und lässt sich nur durch die Berufungsinstanz oder die Cour de cassation beseitigen. Fällt sie weg, ist das die einzige Entwicklung, die die Bewertung in einem Schritt um Größenordnungen verändern würde.
Der Zeitplan der Justiz gegen den Wahlkalender
Selbst ein für Le Pen günstiges Urteil nützt ihr nur, wenn es vor der Registrierung der Kandidaten beim Conseil constitutionnel im Frühjahr 2027 rechtskräftig vorliegt. Verzögerungen wirken hier wie eine Ablehnung. Der Faktor ist deshalb asymmetrisch: Zeitverlust drückt die Wahrscheinlichkeit, Zeitgewinn hebt sie nur in Verbindung mit einem Sacherfolg.
Jordan Bardella als Ersatzkandidat
Der RN hat mit seinem Parteivorsitzenden eine belastbare Alternative, die in Umfragen ähnlich oder besser abschneidet als Le Pen. Je selbstverständlicher die Partei auf ihn umschaltet, desto geringer der innerparteiliche Druck, an Le Pens Kandidatur festzuhalten – und desto weiter fällt dieser Kontrakt, während der auf Bardella lautende steigt.
Die Mechanik der Stichwahl
Selbst mit Kandidatur bliebe die zweite Runde die eigentliche Hürde. 2017 unterlag Le Pen mit rund 34 Prozent, 2022 mit knapp 41,5 Prozent; bei den Parlamentswahlen 2024 war der RN nach Stimmen die stärkste Kraft, landete nach Rückzügen und Wahlabsprachen in Sitzen aber nur auf dem dritten Platz. Der Zwei-Runden-Mechanismus wirkt systematisch gegen Kandidaten ohne Koalitionspartner.
Vorgezogene Wahl
Die Abrechnungsregel erfasst ausdrücklich auch eine früher stattfindende Wahl, etwa nach einem Rücktritt des Amtsinhabers. Ein solches Szenario würde den Zeitraum für eine juristische Klärung weiter verkürzen und wirkt damit ebenfalls tendenziell zulasten dieses Kontrakts.
Dafür spricht
- Die Berufungsinstanz oder die Cour de cassation müsste die Unwählbarkeit aufheben oder so weit reduzieren, dass sie vor dem Frühjahr 2027 nicht mehr greift.
- Le Pen müsste danach die 500 Unterstützungsunterschriften gewählter Mandatsträger beibringen und vom Conseil constitutionnel auf die offizielle Kandidatenliste gesetzt werden.
- Der RN müsste geschlossen auf sie und nicht auf Jordan Bardella setzen, obwohl die Partei bereits ein Ersatzszenario vorbereitet hat.
- Im zweiten Wahlgang müsste sie erstmals eine Mehrheit gegen eine breite Ablehnungskoalition erreichen – nach rund 34 Prozent 2017 und knapp 41,5 Prozent 2022.
Dagegen spricht
- Die Unwählbarkeit aus dem Urteil vom 31. März 2025 wurde mit sofortiger Vollstreckung verhängt und wirkt damit auch während laufender Rechtsmittel.
- Der Wahlkalender ist unnachgiebig: Wer im Frühjahr 2027 nicht auf der Liste des Conseil constitutionnel steht, kann nicht gewählt werden, unabhängig von späteren Urteilen.
- Mit Jordan Bardella existiert eine Alternative, die dem RN in Umfragen keine Nachteile bringt, weshalb der Verzicht auf Le Pen für die Partei kein hoher Preis ist.
- Die Zwei-Runden-Wahl hat den RN zweimal in der Stichwahl und 2024 auch in der Sitzverteilung gebremst; ein Sieg würde einen strukturellen Bruch mit diesem Muster voraussetzen.
Kontrakt auf diesen Ausgang handeln
- Gas übernommen
Handelsplätze (1)
- PolymarketEmpfohlenJa29%0,29
- Volumen (24 Std.)
- 31.794,1 $
- Gebühr
- 4 %
Wahrscheinlichkeit
- Wird Marine Le Pen die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?29%
- Wird Édouard Philippe die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?26%
- Wird Jean-Luc Mélenchon die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?14%
- Wird Gabriel Attal die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?4%
- Wird François Hollande die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?4%
- Wird Jordan Bardella die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?3%
- Wird Bruno Retailleau die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?3%
- Wird Dominique de Villepin die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?2%
- Wird David Lisnard die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?2%
- Wird Sarah Knafo die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?2%
- Wird Raphaël Glucksmann die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?2%
- Wird Sébastien Lecornu die französische Präsidentschaftswahl 2027 gewinnen?1%
Auflösungsregeln
Abgerechnet wird nach dem amtlichen Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahl, veröffentlicht vom Innenministerium (interieur.gouv.fr) und abgeglichen mit übereinstimmender glaubwürdiger Berichterstattung. "Ja" gilt, wenn Marine Le Pen zur Präsidentin Frankreichs gewählt wird. Gewählt ist, wer im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent erreicht; andernfalls treten die beiden Bestplatzierten in der Stichwahl an, deren Sieger das Ergebnis bestimmt. Stichtag der Abrechnung ist der 30. April 2027, wobei auch eine vorgezogene Wahl erfasst wird. Steht bis zum 31. Dezember 2027 kein Ergebnis fest, wird der Markt als "Other" abgerechnet. Einzelne Handelsplätze können sich auf unterschiedliche Primärquellen für dasselbe Ergebnis stützen; das erklärt gelegentliche Preisabweichungen kurz nach der Wahl, nicht aber unterschiedliche Endergebnisse.
Berechnungsmethodik →Lokaler Bezug
Worauf zu achten ist
Häufige Fragen
- Was genau entscheidet über die Abrechnung?
- Maßgeblich ist das amtliche Endergebnis, das das französische Innenministerium auf interieur.gouv.fr veröffentlicht, gestützt durch übereinstimmende glaubwürdige Berichterstattung. Der Kontrakt zahlt aus, wenn Marine Le Pen zur Präsidentin gewählt wird. Stichtag ist der 30. April 2027; liegt bis zum 31. Dezember 2027 kein Ergebnis vor, wird der Markt als "Other" abgerechnet.
- Was bedeutet ein Preis nahe null?
- Der Preis ist die Wahrscheinlichkeit, auf die sich Käufer und Verkäufer verständigen. Ein Stand nahe null heißt, dass die Marktteilnehmer den Fall für nahezu ausgeschlossen halten – nicht, dass er unmöglich ist. Wer einen solchen Kontrakt kauft, würde bei Eintritt des Ereignisses ein Vielfaches des Kaufpreises erhalten, verliert bei Nichteintritt aber den vollen Einsatzbetrag.
- Warum ist Le Pens Kandidatur überhaupt fraglich?
- Das Pariser Strafgericht verurteilte sie am 31. März 2025 im Verfahren um die Verwendung von Geldern des Europäischen Parlaments für Parteizwecke. Neben Haft- und Geldstrafe wurde eine fünfjährige Unwählbarkeit verhängt, ausdrücklich mit sofortiger Vollstreckung. Diese Nebenstrafe wirkt also auch, solange Rechtsmittel anhängig sind.
- Was passiert, wenn der RN stattdessen Jordan Bardella aufstellt?
- Dann wird dieser Kontrakt mit "Nein" abgerechnet, unabhängig davon, wie gut der RN abschneidet. Für Bardella existiert ein eigener Kontrakt in derselben Marktfamilie; die Preise beider Kontrakte bewegen sich deshalb typischerweise gegenläufig, wenn Nachrichten zur Kandidatenfrage eintreffen.
- Was, wenn die Wahl vorgezogen oder verschoben wird?
- Die Regeln erfassen ausdrücklich auch eine früher stattfindende Wahl, etwa nach einem Rücktritt des Amtsinhabers. Entscheidend bleibt, wer aus dem Verfahren als gewählter Präsident hervorgeht. Nur wenn bis zum 31. Dezember 2027 kein Ergebnis feststeht, greift die Auffangregel "Other".
- Wie belastbar sind die Preise bei diesem Volumen?
- Über alle erfassten Kontrakte der Marktfamilie zur französischen Präsidentschaftswahl wurden 116.662.962 US-Dollar gehandelt, verteilt auf zwölf ausgewiesene Notierungen. Das Volumen betrifft also das gesamte Kandidatenfeld, nicht allein diese Frage. Bei Kontrakten am Rand der Skala bewegen sich Preise ohnehin in engen Schritten, weil kaum Unsicherheit über die Richtung besteht.