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Politik

Wird die AfD bei der Berlin-Wahl 2026 die meisten Sitze gewinnen?

Auflösung: Aktualisiert:

Kurz gefasst

Der Markt behandelt einen AfD-Sieg in Berlin als eher unwahrscheinlich, aber nicht als ausgeschlossen. Ausschlaggebend ist die strukturelle Schwäche der AfD in der Hauptstadt gegenüber ihren ostdeutschen Flächenländern, während bundesweite Umfragewerte der Partei seit der Bundestagswahl 2025 deutlich höher liegen. Ein Umschwung wäre denkbar, sollte sich die bundesweite Dynamik der Partei bis zum Wahltermin auch in Berlin niederschlagen oder die amtierende Koalition an Rückhalt verlieren.

Redaktionelle Illustration zum Ereignis: Wird die AfD bei der Berlin-Wahl 2026 die meisten Sitze gewinnen?

Wie der Kontrakt funktioniert

Ein Kontrakt auf dieses Ereignis zahlt 1 US-Dollar aus, wenn die AfD nach der Wahl am 20. September 2026 die meiste Anzahl an Sitzen im Abgeordnetenhaus hält, und nichts, wenn eine andere Partei vorne liegt. Der gehandelte Preis spiegelt lediglich ein, was Käufer und Verkäufer aktuell für die Wahrscheinlichkeit dieses Ausgangs halten – ein Preis von 0,30 US-Dollar würde beispielsweise bedeuten, dass der Markt das Ergebnis in etwa drei von zehn Fällen erwartet, nicht mehr und nicht weniger. Maßgeblich für die Auflösung ist das amtliche Ergebnis des Landeswahlleiters Berlin; bei Wahlverzögerung über den 31. Dezember 2026 hinaus löst der Markt mit Nein auf. Bis zur Fälligkeit lässt sich eine gehaltene Position in der Regel jederzeit zum dann geltenden Preis wieder veräußern.
Wie der Markt den Ausgang einschätzt
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Ja15%

Das Ereignis tritt ein

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Nein85%

Das Ereignis tritt nicht ein

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Wahrscheinlichkeit

Die Historie beginnt, sobald das Ereignis erfasst wird

Wie sich der Preis bewegt hat

Der Konsens liegt aktuell bei 15 Prozent, gestützt von einem Handelsvolumen von rund 2,3 Millionen US-Dollar auf einer einzigen Plattform. Eine detaillierte Historie der Kursbewegungen über die vergangenen Tage oder Wochen liegt für diesen Markt nicht vor, sodass sich keine belastbare Aussage über jüngste Trendwechsel treffen lässt. Festzuhalten ist, dass sich der Preis auf einem Niveau eingerichtet hat, das einen AfD-Sieg in der Hauptstadt als reale, aber klare Minderheitsmöglichkeit behandelt – deutlich unter dem, was die bundesweiten AfD-Umfragewerte allein nahelegen würden, und im Einklang mit der historischen Schwäche der Partei in Berlin selbst.

Analyse

Hintergrund

Die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin findet am 20. September 2026 statt. Es handelt sich um eine turnusgemäße Wahl, die auf die Wiederholungswahl vom Februar 2023 folgt – jene war von einem Gericht angeordnet worden, nachdem die reguläre Wahl 2021 wegen erheblicher organisatorischer Mängel für ungültig erklärt worden war. Bei der Wiederholungswahl 2023 wurde die CDU unter Kai Wegner mit rund 28 Prozent stärkste Kraft, bildete anschließend eine Koalition mit der SPD und stellt seither den Regierenden Bürgermeister. Die AfD kam 2023 in Berlin auf etwa 9,1 Prozent und lag damit weit hinter CDU, SPD und Grünen. Bundesweit hat sich das Bild seither verändert: Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 erreichte die AfD rund 20,8 Prozent und wurde zweitstärkste Kraft im Bundestag, ihr bislang bestes Ergebnis auf Bundesebene. Die Frage für Berlin 2026 ist, ob sich dieser bundesweite Aufwärtstrend in einer traditionell links geprägten Stadt mit hohem Akademiker- und Migrantenanteil in ähnlichem Ausmaß wiederholen lässt. Entschieden wird die Frage vom Landeswahlleiter Berlin auf Basis des amtlichen Wahlergebnisses. Sollte die Wahl nicht bis zum 31. Dezember 2026 stattfinden, löst der Markt automatisch mit Nein auf.
Der Konsens über die gehandelten Plattformen liegt bei 15 Prozent, bei einem Gesamtvolumen von rund 2.348.490 US-Dollar. Gehandelt wird die Frage derzeit ausschließlich auf Polymarket, sodass es keine Differenz zwischen mehreren Handelsplätzen gibt, die zusätzliche Information liefern könnte – der Preis ist damit die Einschätzung eines einzigen, aber mit spürbarem Volumen versehenen Marktes. Detaillierte Verlaufsdaten zu Tages- oder Wochenbewegungen liegen für diesen Markt nicht vor; belastbar ist lediglich, dass sich Kapital in nennenswerter Höhe auf diesem Preisniveau konzentriert hat. Inhaltlich spricht die jüngere Wahlgeschichte gegen einen AfD-Sieg in Berlin: Bei der Wiederholungswahl 2023 kam die Partei auf rund 9,1 Prozent, während die CDU mit etwa 28 Prozent regierte. Damit müsste sich der AfD-Stimmenanteil in der Hauptstadt annähernd verdreifachen, während die CDU gleichzeitig deutlich verlöre – ein Sprung, der über das hinausgeht, was der bundesweite Trend von rund 20,8 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025 für sich allein nahelegt. Berlin unterscheidet sich strukturell von den ostdeutschen Flächenländern, in denen die AfD ihre stärksten Ergebnisse erzielt: höherer Akademikeranteil, höherer Migrantenanteil, traditionell starke Grüne- und Linke-Milieus in den Innenstadtbezirken. Gleichzeitig ist die Partei in den östlichen Außenbezirken wie Marzahn-Hellersdorf oder Hohenschönhausen bereits überdurchschnittlich stark, sodass eine ungleich verteilte Mobilisierung dort punktuell zu deutlichen Zugewinnen führen könnte, ohne dass dies für eine stadtweite Mehrheit reicht. Der Marktpreis von 15 Prozent lässt sich so lesen, dass ein Teil der bundesweiten AfD-Dynamik eingepreist wird, ohne dass der Markt von einem Berlin-spezifischen Erdrutsch ausgeht.

Was die Wahrscheinlichkeit bewegt

  1. Bundesweiter AfD-Trend

    Das Ergebnis von rund 20,8 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025 zeigt eine gestiegene bundesweite Zustimmung zur AfD, die sich auf lokale Wahlen ausstrahlen kann. Dieser Effekt wirkt in Richtung eines höheren AfD-Ergebnisses in Berlin, ist aber historisch in der Hauptstadt schwächer ausgeprägt als in ostdeutschen Flächenländern.

  2. Historisches Berlin-Ergebnis 2023

    Mit rund 9,1 Prozent bei der Wiederholungswahl 2023 liegt die AfD in Berlin weit unter ihren bundesweiten und ostdeutschen Werten. Ein Sieg würde eine sehr große Verschiebung gegenüber diesem Ausgangswert voraussetzen, was stark gegen ein Erreichen des ersten Platzes spricht.

  3. Amtsbonus der CDU-SPD-Koalition

    Kai Wegner regiert seit 2023 mit einer CDU-SPD-Koalition; ein stabiler oder unpopulärer Verlauf dieser Regierungszeit bis September 2026 beeinflusst, wie viele Wähler zur AfD abwandern oder bei CDU beziehungsweise SPD bleiben. Ein Vertrauensverlust der Koalition würde die Wahrscheinlichkeit eines AfD-Erfolgs erhöhen, ein stabiler Amtsbonus würde sie senken.

  4. Geografische Konzentration der AfD-Wählerschaft

    Die AfD ist in östlichen Außenbezirken wie Marzahn-Hellersdorf bereits stark, in den zentralen und westlichen Bezirken aber schwach. Eine ungleichmäßige Mobilisierung kann lokale Erfolge, aber keinen stadtweiten Sitzvorsprung erzeugen, solange die Innenstadtbezirke stabil anders wählen.

  5. Marktstruktur mit einem Handelsplatz

    Da der Markt derzeit nur auf einer Plattform gehandelt wird, fehlt eine zweite unabhängige Preisquelle zur Gegenprüfung. Das verringert nicht die Aussagekraft des Volumens von 2,3 Millionen US-Dollar, macht den Konsens aber empfindlicher gegenüber einzelnen großen Positionen.

Dafür spricht

  • Die bundesweite AfD-Zustimmung liegt seit der Bundestagswahl im Februar 2025 bei rund 20,8 Prozent und könnte sich bis September 2026 weiter verfestigen oder steigern.
  • Ein deutlicher Vertrauensverlust der CDU-SPD-Koalition unter Kai Wegner vor dem Wahltermin könnte Wählerstimmen in Richtung AfD verschieben, ohne dass eine andere Partei diese auffängt.
  • Eine Zersplitterung der Stimmen zwischen SPD, Grünen und Linken könnte der AfD auch bei einem moderaten Stimmenzuwachs zu einem relativen Sitzvorsprung verhelfen.
  • Eine erfolgreiche Mobilisierung in den östlichen Außenbezirken, in denen die Partei bereits 2023 überdurchschnittlich abschnitt, könnte den Gesamtstimmenanteil der AfD in Berlin substanziell über das Niveau von 9,1 Prozent heben.

Dagegen spricht

  • Die AfD müsste ihren Berliner Stimmenanteil von rund 9,1 Prozent aus dem Jahr 2023 annähernd verdreifachen, um an CDU und SPD vorbeizuziehen.
  • Berlins Wählerstruktur mit hohem Akademiker- und Migrantenanteil sowie starken Grünen- und Linke-Milieus in den Innenstadtbezirken unterscheidet sich deutlich von den ostdeutschen Flächenländern, in denen die AfD ihre stärksten Ergebnisse erzielt.
  • Die CDU-SPD-Koalition unter Kai Wegner regiert seit 2023 ohne größere öffentlich bekannte Erschütterungen, was für eine gewisse Stabilität der etablierten Parteien spricht.
  • Selbst ein Sitzgewinn allein würde wegen der von anderen Parteien angekündigten Verweigerung einer Zusammenarbeit keine Regierungsbildung der AfD ermöglichen, was die politische Tragweite eines knappen Sieges relativiert, ohne die Marktfrage selbst zu verändern.

Worauf zu achten ist

Relevant sind in den kommenden Monaten vor allem neue Landesumfragen für Berlin, die Nominierung der Spitzenkandidaten aller Parteien, mögliche Erschütterungen der CDU-SPD-Koalition unter Kai Wegner sowie die allgemeine bundespolitische Stimmung gegenüber der AfD nach der Bundestagswahl 2025. Der Wahlkampf im unmittelbaren Vorfeld des 20. September 2026 sowie die amtliche Ergebnisfeststellung durch den Landeswahlleiter Berlin nach dem Wahltag sind die entscheidenden Fixpunkte.

Kontrakt auf diesen Ausgang handeln

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Wahrscheinlichkeit

  • Wird die Linke die meisten Sitze bei der Berliner Landtagswahl 2026 gewinnen?38%
  • Wird die CDU die meisten Sitze bei der Berliner Landtagswahl 2026 gewinnen?27%
  • Wird die AfD die meisten Sitze bei der Berliner Landtagswahl 2026 gewinnen?15%
  • Werden die Grünen die meisten Sitze bei der Berliner Landtagswahl 2026 gewinnen?14%
  • Wird die SPD die meisten Sitze bei der Berliner Landtagswahl 2026 gewinnen?4%
  • Wird die BSW die meisten Sitze bei der Berliner Landtagswahl 2026 gewinnen?0%

Auflösungsregeln

Maßgebliche Quelle
Landeswahlleiter Berlin (https://www.berlin.de/wahlen/)
Auflösungsdatum

Die Auflösung erfolgt auf Basis des amtlichen Ergebnisses der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin, festgestellt vom Landeswahlleiter Berlin über berlin.de/wahlen. Der Markt löst mit Ja auf, wenn die AfD nach der Wahl am 20. September 2026 die meisten Sitze im Abgeordnetenhaus hält, andernfalls mit Nein. Bei einem Sitzgleichstand um den ersten Platz gilt die alphabetische Reihenfolge der betroffenen Parteien; findet die Wahl nicht bis zum 31. Dezember 2026 statt, löst der Markt ebenfalls mit Nein auf.

Berechnungsmethodik

Lokaler Bezug

Ein Sieg der AfD in der Bundeshauptstadt wäre ein politisches Signal weit über Berlin hinaus und würde die Debatte über den Umgang der übrigen Parteien mit der AfD auf Landes- und Bundesebene neu befeuern, einschließlich der Frage nach einer möglichen Lockerung oder Verhärtung der bisherigen Ausgrenzungspolitik. Für Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt die Relevanz vor allem in der Signalwirkung für die bundesdeutsche Parteienlandschaft und für Koalitionsdebatten in anderen Ländern, weniger in einer unmittelbaren wirtschaftlichen Wirkung auf Währung, Energiepreise oder Exporte.

Häufige Fragen

Wann und wodurch wird diese Frage entschieden?
Maßgeblich ist das amtliche Ergebnis der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026, festgestellt durch den Landeswahlleiter Berlin. Findet die Wahl nicht bis zum 31. Dezember 2026 statt, löst der Markt automatisch mit Nein auf.
Was bedeutet der aktuell angezeigte Marktpreis?
Der Preis gibt an, für wie wahrscheinlich Käufer und Verkäufer den Ausgang derzeit gemeinsam halten, nicht mehr. Ein Preis von 0,30 US-Dollar würde etwa bedeuten, dass der Markt das Ereignis in rund drei von zehn Fällen erwartet; der tatsächliche aktuelle Wert steht direkt neben diesem Text.
Was passiert bei einem Sitzgleichstand zwischen AfD und einer anderen Partei?
Die Auflösungsregeln sehen bei einem Gleichstand um den ersten Platz eine alphabetische Reihenfolge unter den gleichstarken Parteien vor. Da kein anderer relevanter Berliner Parteiname alphabetisch vor der AfD steht, würde ein solcher Gleichstand in der Regel zugunsten der AfD ausgelegt.
Wie stark war die AfD bei der letzten Berlin-Wahl?
Bei der gerichtlich angeordneten Wiederholungswahl im Februar 2023 erreichte die AfD in Berlin rund 9,1 Prozent, weit hinter CDU, SPD und Grünen.
Reicht ein Sitzgewinn der AfD automatisch für die Regierungsbildung?
Nein. Die Marktfrage bezieht sich ausschließlich auf die Anzahl der Sitze im Abgeordnetenhaus, nicht auf eine Regierungsbeteiligung. Andere Parteien in Berlin haben eine Zusammenarbeit mit der AfD bislang ausgeschlossen, sodass ein Sitzvorsprung allein keine Regierungsbildung sichern würde.
Warum wird diese Frage nur auf einer Plattform gehandelt?
Zum jetzigen Zeitpunkt notiert der Kontrakt ausschließlich auf Polymarket mit einem Volumen von rund 2,3 Millionen US-Dollar. Das bedeutet, dass es keinen zweiten Handelsplatz gibt, dessen Preis zur Gegenprüfung herangezogen werden könnte.

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15 %/ 85 %
Ja / Nein