Wahrscheinlichkeit
Wie sich der Preis bewegt hat
Analyse
Hintergrund
Was die Wahrscheinlichkeit bewegt
Verhandlungsstand USA–Iran
Nur eine formelle Wiederaufnahme direkter oder indirekter Gespräche zwischen Washington und Teheran mit konkretem Ergebnis kann die Wahrscheinlichkeit spürbar anheben. Ohne neuen Verhandlungsrahmen bleibt die Ausgangslage seit den Angriffen von 2025 konfrontativ, was den Kurs eher niedrig hält.
Auslaufen der UN-Sanktionsmechanismen
Mit dem Ende der Resolution 2231 im Oktober 2025 ist der automatische Rückfallmechanismus für UN-Sanktionen entfallen. Das schwächt den diplomatischen Hebel der E3-Staaten und wirkt eher dämpfend auf die Wahrscheinlichkeit einer erzwungenen Einigung.
Innenpolitik in Teheran
Die Übergabe von Material an eine ausländische Stelle gilt in Teheran als souveränitätspolitisch hoch sensibel, besonders nach den Angriffen von 2025. Solange hardliner Positionen dominieren, bleibt eine Zustimmung unwahrscheinlich und drückt den Kurs nach unten.
Militärische Eskalation im Nahen Osten
Eine erneute militärische Zuspitzung kann in beide Richtungen wirken: Sie könnte Iran zu einer Zusage unter Druck bewegen oder die Verhandlungsbereitschaft weiter verhärten. Diese Unsicherheit hält die Bandbreite möglicher Kursbewegungen offen.
Rolle der E3 und der IAEO
Eine engere Abstimmung Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens mit der Internationalen Atomenergie-Organisation könnte einen Rahmen für eine Teileinigung schaffen. Ohne sichtbare Fortschritte bei Inspektionen bleibt dieser Kanal aber eher schwach ausgeprägt.
Dafür spricht
- Die USA und Iran nehmen vor dem 31. Dezember 2026 direkte oder vermittelte Gespräche wieder auf und Iran akzeptiert die Übergabe von Material als Vorbedingung eines umfassenderen Abkommens.
- Ein historisches Vorbild existiert bereits: Im Rahmen des Wiener Abkommens von 2015 hat Iran einen Teil seines angereicherten Urans bereits einmal ins Ausland verschifft.
- Da eine Zusage als Vorbedingung eines Friedensprozesses bereits zählt, selbst wenn sie nicht vollständig umgesetzt wird, ist die Schwelle für ein Ja formal niedriger als eine dauerhafte Lösung.
- Zunehmender internationaler Druck über die IAEO könnte eine symbolische Teilübergabe als vertrauensbildende Maßnahme attraktiv machen.
Dagegen spricht
- Die iranische Führung hat nach den Angriffen von 2025 wiederholt erklärt, keine Kontrolle über eigenes Nuklearmaterial an ausländische Stellen abzugeben.
- Eine bloße Begrenzung der Anreicherungsstufen, wie sie in früheren Verhandlungsrunden diskutiert wurde, reicht nach den Marktregeln ausdrücklich nicht aus.
- Mit dem Auslaufen des Rückfallmechanismus der UN-Resolution 2231 im Oktober 2025 verfügen die Europäer über weniger Druckmittel als in früheren Verhandlungsphasen.
- Der Kurs ist seit Markstart deutlich gefallen und hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, was auf eine breite Skepsis der Marktteilnehmer hindeutet.
